Landin (moz) Mit Kanonendonner und Jubelgeschrei warfen preußische Truppen die Besatzungsmacht Napoleons aus Landin. Was sich vor rund 200 Jahren so abgespielt haben könnte, stellten Militärhistoriker auf einem Acker originalgetreu nach. Zwei Jahre nach dem Tode von Preußens Königin Luise schlugen ihre Truppen in den Befreiungskriegen die französischen Besatzer zurück. Um diese Zeit ereigneten sich auch einzelne heftige Gefechte in der Uckermark. Was genau sich im Herbst 1812 hier zutrug, ist bislang noch zu wenig erforscht. Doch die erste Garde Artillerie Landin hat nun ein eigenes Drehbuch für eine weitestgehend originalgetreue Inszenierung geschrieben. Sie stellte die Schlacht um Landin in einem realen Kampfgetümmel mit Zuschauern nach. Rund 65 Frauen und Männer nahmen an dem Gefecht auf einem Acker zwischen Hohen- und Niederlandin teil. Aus Sachsen, Mecklenburg, aus dem Oderbruch und selbst aus Wien waren Darsteller in Uniformen, samt Bewaffnung und Ausrüstung gekommen. Sie alle vereint das Hobby, Militärgeschichte nachzuerleben und zur Schau zu stellen. "Alte preußische Kulturgeschichte darf nicht vergessen werden", begründet Hauptmann und Chef der Garde Thomas Grösch den publikumsträchtigen Aufwand. "Die Befreiungskriege stellten einen Wendepunkt in der deutschen Geschichte dar." Bevor die Preußen den Franzosenhut sieghaft schwenken konnten, ging ihre Artillerie auf einem Hügel in Stellung. Von dort belagerten sie das besetzte Landin.Aus dem mit Holzhütten nachgestellten Dorf donnerten die französischen Soldaten mit ihren Kanonen zurück. In das Geschehen griff die Kavallerie ein, nachgestellt von Pferdefreunden des Angermünder Lehmann-Hofes. Nach erfolglosen Unterhandlungen erstürmten die siegreichen Preußen schließlich mit Verlusten auf beiden Seiten das Dorf. Kommentator Bernd Winkler weihte die Zuschauer am Rande des Gefechtsfeldes mit detaillierten Informationen über Kampfhandlungen, Ausrüstung und Formationen in die Kriegsführung vor 200 Jahren ein. Zwar flogen keine echten Kanonenkugeln über den Platz, doch schlug der Donner von Kanonen und Gewehren furchteinflößend übers Feld. Marketenderinnen versorgten Verletzte, Trommler gaben den Marschtakt vor, Offiziere schmetterten Befehle. Die Sieger zogen anschließend mit Franzosen und Pferden ins Biwak hinter dem Schloss von Landin. Dort erlebte das Publikum das frühere Militärgeschehen außerhalb der Kampfphasen.
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Preußen - Sieg über Besatzungsmacht