Pinnow (moz) Probleme und Chancen des ländlichen Wirtschaftsraums im unteren Odertal besprach Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck am Freitag bei einem Arbeitsbesuch im Amt Oder-Welse in Pinnow. Schwerpunkt künftiger Förderungen ist die oderübergreifende Zusammenarbeit.
Treue preußische Garde: Ministerpräsident Matthias Platzeck bedankt sich bei Oberst Thomas Grösch vom Landiner Regiment für die ehrenvolle und lautstarke Begrüßung vor dem Gutshaus von Pinnow. Drei Schüsse donnerten durch das Dorf.
„Seinem König“ erstattete Oberst Thomas Grösch, Chef der Landiner Garde, eine preußisch korrekte Meldung vor dem Gutshaus von Pinnow. Anschließend ließ er seine angetretenen Uniformierten drei kräftige Kanonenschüsse abfeuern. Landesvater Matthias Platzeck war sichtlich beeindruckt von der lautstarken Verteidigungskraft des Amtes Oder-Welse. Verteidigen muss sich der ländliche Raum zwischen den Ballungsgebieten Berlin und Stettin künftig auch im europäischen Rahmen. Beim Kampf um Fördermittel und grenzüberschreitende Projekte wollen die beiderseits der Oder liegenden Dörfer, Städte und Landkreise nicht abgehängt werden. „Der ländliche Raum muss seine Interessen formulieren“, so Platzeck nach seinem Arbeitsbesuch in Pinnow. Genau das versucht Amtsdirektor Detlef Krause als Hauptvertreter einer kommunalen Gemeinschaft beiderseits der Oder. In einem Aktionsplan hatten dessen Mitwirkende konkrete Förderprojekte formuliert. Sie reichten vom Radwegebau bis zur Verhinderung weiterer Abwanderung. Zwar sind die Vorarbeiten für die meisten Planungen längst gelaufen, doch fehlt das Geld. Oder die Bearbeitungszeiten in den Ministerien ziehen sich hin. „Drei Jahre von der Idee bis zur Umsetzung sind normal“, so Detlef Krause. „Aber Bearbeitungszeiten von zwei Jahren für unsere Anträge sind einfach zu lang.“ Für ein grenzüberschreitendes Radwegeprojekt im Gesamtumfang von 8,7 Millionen Euro bräuchte die kommunale Gemeinschaft sofort die Mittel. Matthias Platzeck zeigte sich aufgeschlossen gegenüber der neu entstandenen deutsch-polnischen Struktur. „Ich bin für alles zu gewinnen, was im praktischen Leben funktioniert“, so der Ministerpräsident. Doch noch muss geklärt werden, welche Rolle die organisatorische Verbindung benachbarter Kommunen mit ihren Zielen und Ideen innerhalb der Euroregion spielen wird. Das geschieht auch mit Blick auf die nächste Förderperiode in der Europäischen Union ab 2010, die längst vorbereitet wird. Natürlich will der Wirtschaftsraum entlang der Oder bei der Verteilung öffentlicher Gelder in Konkurrenz zu anderen Regionen die Nase vorn haben. Schon deshalb wollte man gemeinsame Ziele frühzeitig formulieren. „Die Ideen müssen jetzt mit Leben erfüllt werden“, so Platzeck. Die Treue der Untertanen dazu verspricht Oberst Grösch, der im beruflichen Leben in einer Polizeiuniform steckt. Seine Garde empfing „König“ Platzeck mit militärischen Ehren.
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Drei Schüsse für den König